Die Einführung des ITP in Sachsen ab 2020

Das Sozialministerium im Freistaat hatte am 16.04.19 alle Leistungserbringer, Kostenträger, die EUTB Stellen sowie die Träger der Eingliederungshilfe ( Kommunaler Sozialverband ( KSV ) und Landkreise/Kreisfreien Städte ) zu einem Fachtag zum Integrierten Teilhabeplan ( ITP ) als Instrument zur Bedarfsermittlung für die Eingliederungshilfe nach Dresden eingeladen. Über 150 am Thema Interessierte waren der Einladung gefolgt. Für die EUTB-Stelle des LV der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen e.V. nahm Dr. Matthias Müller daran teil. Die Begrüßung und Einführung ins Thema nahm die Staatssekretärin Frau Regina Kraushaar vor. Sie betonte den Wertewandel von der institutsorientierten Bedarfsermittlung hin zur individuellen Angebotsvermittlung. Der ITB ist ein „dialogorientiertes Verfahren“ auf Augenhöhe! Im anschließenden Fachvortrag zum Thema erläuterte Herr Bemmann-Ender die Entwicklung des ITB durch Frau Prof. Grohmann vom Institut für personenorientierte Hilfe der TU Dresden und die beiden Bestandteile der Teilhabefeststellung, dem Bedarfsermittlungsverfahren mittels ITP, und dem Bedarfsfeststellungsverfahren ( Verwaltungsverfahren der zuständigen Behörde ), an dessen Ende der Bescheid für den Hilfe-/Teilhabe-Suchenden steht. Der ITP ist mit einer Reihe von Fragebögen untersetzt. Anschließend kam der KSV zu Wort, Frau Töpfer und Frau Hundertmark als ITP Trainerin, berichteten von den praktischen Erprobungen des ITP in 2018/2019 in ausgewählten Regionen. Sie stellte den Zeitaufwand je Fall, den Bedarf ( 27000 Menschen mit Behinderung als Leistungsberechtigte ) und die Bearbeitungskapazität im KSV dafür vor. Damit wurde deutlich, dass bis zu 36 Monate Wartezeit für eine Fallbearbeitung eintreten werden, ein haltloser Zustand. Konsequenz daraus, zunächst sollen nur „neue Anspruchsberechtigte“ bearbeitet werden, d.h. die Menschen mit Behinderung in den Werkstätten sind „versorgt“ und fallen erst einmal raus. Dann kamen die Leistungserbringer mit ihren Ausführungen in der Praxis zu Wort. Sowohl Vertreter der Lebenshilfe als auch aus den Sozialämtern von Dresden und im Landkreis Nordsachsen stellten konkrete Beispiele an Hand der jeweiligen Fragebögen des ITP vor. Schnell wurde allen Anwesenden klar, hier gibt es noch enormen Nachbesserungsbedarf bis zum ITP Start in Sachsen ab 01.01.20! In einer Podiumsdiskussion der Referenten mit den Anwesenden wurden die „Knackpunkte“ nochmals herausgearbeitet. Leider wurden in dem Fachtag die Möglichkeiten aber auch Rechte der EUTB-Stellen in dem ITB-Prozess nicht ausgeführt, noch als Hilfe bei den Fragebogen- Erstellungen für die Eingliederungsverantwortlichen angesehen. Damit blieb die Veranstaltung weit hinter den Erwartungen der Teilnehmer, insbesondere aus den EUTB-Stellen, zurück. Auf dem nächsten Netzwerktreffen der EUTB-Stellen in Sachsen muss deshalb das Thema „ITP“ intensiv behandelt werden! 

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